Monika Feil bringt sich in der Region politisch und ehrenamtlich ein.

Aufgeben ist keine Option!

Vizepräsidentin der Landfrauen in Weser-Ems, Geschäftsführerin der Osnabrücker FDP Fraktion, Gemeinderatsmitglied ihrer Heimatgemeinde  Bissendorf – Monika Feil hat in der Region Weser-Ems viele Ämter inne. Nachdem sie privat einige Schicksalsschläge meisterte, wurde sie politisch aktiv.  Aufgeben, das war und ist für die couragierte 60-Jährige keine Option!

Vita:

Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte

3 Kinder (38, 32, 29 Jahre alt, 2 Enkelkinder)

Seit 1991 politisch aktiv in der FDP

Vizepräsidentin des Landfrauenverbandes Weser-Ems

Geschäftsführerin der FDP Fraktion Osnabrück

Mitglied des Kreisvorstandes der FDP Osnabrück

Gemeinderatsmitglied  Bissendorf

Seit 15 Jahren verwitwet

Wie darf ich Sie vorstellen?

Als Monika Feil arbeite ich seit über vierzig Jahren bei der Stadt Osnabrück, seit fast 20 Jahren bin ich zudem freigestellt für die Arbeit als Geschäftsführerin der FDP Fraktion. Darüber hinaus engagiere ich mich ehrenamtlich für die Belange der Landfrauen – aber auch in der Lokalpolitik, wo ich noch Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat in Bissendorf bin.

Ihr Lebensmotto?

Egal was kommt, immer weitermachen!

Wie leben Sie Ihr Lebensmotto?

Mein Lebensmotto musste ich im Leben schon häufiger unter Beweis stellen. Mein Mann war sehr schwer krank und ist daran nach einigen Jahren auch gestorben. Mit drei Kindern musste ich danach unser Leben weiter durchzustehen. Das war vor 15 Jahren keine leichte Zeit und auch jetzt ist es nicht immer leicht.

In jeder starken Frau steckt bekanntlich auch eine schwache. Was hat Sie zur starken Frau gemacht?

Natürlich hat mich die oben beschriebene Situation geprägt. Zuvor erkrankte auch noch mein Bruder schwer, der daran ebenfalls starb. Er lebte mit bei uns im Haus. Das alles sind Einschnitte, die dazu zwingen, sich damit zu beschäftigen, was im Leben wirklich wichtig ist. Warum regt man sich überhaupt über Kleinigkeiten auf? Wichtig ist vielmehr, dass man gesund bleibt und für seine Familie da ist. In solchen Situationen, wie ich sie erlebt habe, lernt man stark zu sein.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Meine größte Herausforderung war sicherlich der Tod meines Mannes und die Tatsache, dass er mich mit drei Kindern zurückließ. Ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe, dass meine Kinder alle „etwas geworden“ sind. Alle drei haben einen Beruf erlernt in dem sie gut zufrieden sind. Mein jüngster Sohn hat außerdem eine psychische Erkrankung, die durch die ganze Situation natürlich nicht leichter wurde. Es ist mein Verdienst, dass ich das alles so gut hingekriegt habe.

Was haben Sie daraus gelernt?

Man hofft im Leben immer dass es irgendwie gut geht. In diesen schweren Jahren – bei mir waren es immerhin fast zehn –  nimmt man sich persönlich sehr zurück. Man erkennt in diesen Zeiten gar nicht, was man alles einsteckt, man funktioniert einfach und versucht das Leben – so gut es geht – weiterzuleben.

Erst wenn man das erlebt hat, weiß man, dass viele Dinge – über die sich die Leute immer aufregen – völlig unwichtig sind. Das frisst so viel Lebenszeit, die völlig überflüssig ist.

Monika Feil an ihrem Arbeitsplatz

Was würdest Sie heute Ihrem 18-jährigen ICH mit auf die Lebensreise geben?

Ich würde ihr sagen: Mach immer das, was Du vorhast! Denn genau das habe ich nicht getan, was ich für meinen großen persönlichen Fehler halte. Ich war eine supergute Schülerin, habe mich dann aber zurückgenommen. So habe ich z.B. eine Ausbildung gemacht, weil andere das wollten.  Es wäre aber viel besser gewesen ich hätte ein Studium begonnen, was meine Vorstellung war. Das würde ich heute anders machen. Heute würde ich es durchziehen.

Wann hatten Sie in Ihrem Leben die größten Selbstzweifel?

Als mein Mann starb habe ich tatsächlich lange überlegt, ob es für mich überhaupt Sinn gibt, weiterzuleben und weiterzumachen. Da habe ich sehr mit mir gerungen. Mein jüngster Sohn war zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt. Da musste ich einfach weitermachen.

Für welche Lebenserfahrung sind Sie heute dankbar?

Ich bin dankbar, dass ich schon weit vor dem Tod meines Mannes erkannt habe, dass meine Meinung Gewicht hat – auch wenn mir (vor allem Männer) gerne vorspielen, dass es anders ist. Das heißt: Ich habe mich irgendwann getraut meine Meinung offen zu sagen. Dabei habe ich gemerkt, dass andere, die ihre Meinung äußern, häufig gar nicht so tief im Thema sind oder es einfach nur rausposaunen, ohne Detailwissen zu haben.

Wie motivieren Sie sich?

Ganz einfach: jeder Tag ist dazu da, irgendetwas zu erreichen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, zu Hause zu sitzen und nichts zu tun. Ich finde es wichtig, sich einzusetzen.  Ich freue mich über jede Kleinigkeit, mit der ich die Welt besser machen kann.  

Was ist Ihr Geheimtipp für mentale Stärke?

Einen Geheimtipp dafür gibt es nicht. Ich weiß nur: wenn man etwas erreichen will, muss man das forsch tun. Wenn man das nicht tut, sondern eher duckmäuserisch ist, wird man nichts erreichen. Dafür muss man manchmal auch Stärke zeigen, selbst wenn man sie eigentlich gar nicht hat.

Wie wichtig ist Selbstliebe für Sie?

Ich weiß, dass Selbstliebe wichtig ist. Aber leider liebe ich mich selbst gar nicht. Ich sehe immer nur meine Schwächen. Das wird erst dann aufgefangen, wenn mir andere sagen: Mensch, Du bist aber stark!

Was können andere Frauen von Ihnen lernen?

Ich versuche gerade anderen Frauen immer wieder mitzugeben, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben. Darüber habe ich sogar einen Vortrag entwickelt, den ich vor anderen Frauen halte. Dabei geht es natürlich um meine persönlichen Schicksalsschläge. Für mich ist das Ehrenamt ganz wichtig. Es erfüllt mich sehr, wenn ich anderen helfen oder Themen nach vorne bringen kann.

Welche Menschen inspirieren Sie besonders?

Inspiriert hat mich immer schon mein „Chef“ hier in der Politik. Das ist Dr. Thomas Thiele. Er ist von Hause aus Hautarzt. Wir beide sind  wie ein altes Ehepaar. Er ist ein Bauchmensch und poltert gerne mal los. Dabei ist er aber sehr natürlich. Trotz seiner Vita ist er immer auf dem Boden geblieben und ist nie „abgehoben“.  

Wie gehst Sie mit dem Thema „älter werden“ um?

Oh. Älterwerden – damit kann ich gar nicht umgehen. Ich bin ja gerade 60 geworden. Aber meistens nenne ich mein Alter nicht. Älter werden alle – älter sein will keiner!

Ich hoffe, dass ich noch ganz lange aktiv bin, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, irgendwann alleine im Rollstuhl zu sitzen und da sich dann andere Leute um mich kümmern müssen.

Was ist das Geheimnis Ihres guten Aussehens?

Ich glaube, das sind eher die Gene. Ich versuche jedenfalls mich so gut es geht zu pflegen.